Die Geschichte der Osteopathie

Der 1828 in Jonesville, Virginia, USA, geborene Andrew Taylor Still entwickelte Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts die heute als Osteopathie bekannte Behandlungsmethoden.
Nach seiner Rückkehr aus dem amerikanischen Bürgerkrieg 1864, in dem er als Feldarzt auf der Seite der Nordstaaten gedient hatte, starben 4 seiner Kinder innerhalb kurzer Zeit an Meningitis und Lungenentzündung - trotz Behandlung durch spezialisierte Ärzte. Unzufrieden mit der "Schulmedizin" begann Still daraufhin ein intensives, autodidaktisches Studium der menschlichen Anatomie und Physiologie.

Auf Basis dieser Studien postulierte er die Grundideen der Osteopathie, die bis heute ihre Gültigkeit behalten (und auch bewiesen) haben:

Die osteopathischen Methoden, die von ihm entwickelt wurden, basieren im Wesentlichen darauf, Störungen in der Bewegung des Blutes, der Lymphflüssigkeit oder Blockaden der Nervenbahnen aufzuspüren, zu beheben und  dann den Körper seinen Selbstheilungskräften zu überlassen.

Still ist mit seinen Behandlungsmethoden so erfolgreich, dass er im November 1892 die "The American School of Osteopathy (ASO)" in Kirksville, Missouri gründet und Schüler on seinen Behandlungsmethoden unterrichtet.
Der Leitsatz für seine Studenten war dabei:"Find it, fix it, leave it alone".
1896 erkennt der als Erster der Bundesstaat Vermont den Titel "Doctor of Osteopathy" rechtlich an. North Dakota und Missouri folgen kurz darauf.

Bis heute ist die Osteopathie durch eine Vielzahl von Ärzten weiterentwickelt worden. Seit 1980 gibt es auch in Deutschland private Schulen, die Osteopathie unterrichten. Rechtlich gesehen ist Osteopathie in Deutschland jedoch nach wie vor eine Heilkunde, die zwar nur von Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt werden darf, jedoch bislang nicht in die allgemeine Heilmittelrichtlinien aufgenommen ist und damit keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen erfolgt.

Andrew Taylor Still

Andrew Taylor Still

Der Begründer der Osteopathie